Die Wahl der Fliegenrolle

Keine Qual bei der Wahl

Genau wie bei der Auswahl der Fliegenrute bestimmt natürlich auch bei der Fliegenrolle ihr Einsatzbereich, welche funktionalen Kriterien sie erfüllen muss, um der ihr zugedachten Aufgabe gerecht zu werden. Doch es gibt zunächst einige übergeordnete Kriterien, die absolut jede Fliegenrolle erfüllen sollte.

GENERELLE ANFORDERUNGEN

Der Rollenfuß der Fliegenrolle muss in den Rollenhalter der Fliegenrute passen, denn sonst lassen sich die beiden Geräte nicht miteinander verbinden. Es gibt eine Norm für die Größe und Form von Rollenfüßen und Rollenhaltern, nämlich die der NAFTA (North American Fishing Tackle Association). Leider berücksichtigen aber einige Fliegenruten- und Fliegenrollenhersteller, insbesondere wenn sie nicht in den U.S.A. produzieren, diese Norm nicht bei der Herstellung ihrer Produkte. Und so kommt es gelegentlich vor, dass die soeben erworbene neue Fliegenrolle im Rollenhalter der Lieblingsrute hin- und herwackelt oder gar nicht hineinpasst. Für den Verbraucher ist in diesem Moment noch nicht einmal ersichtlich, ob das Problem an der Fliegenrute oder an der Fliegenrolle liegt. Wenn Sie Ihr Fliegenfischergerät bei uns kaufen, sind Sie vor solchen Überraschungen sicher, denn wir haben in unserem Programm ausschließlich Fliegenruten und Fliegenrollen, die der NAFTA-Norm entsprechen und deshalb zusammen passen.
Eine Fliegenrolle darf an den Innenflanken der Spule, am Spulenkern und an den Stellen des Gehäuses, mit denen die Fliegenschnur Kontakt bekommt, keinerlei scharfe Kanten haben, welche die Fliegenschnur beschädigen können. Eine Rolle guter Qualität ist immer perfekt entgratet, oder besser noch, zusätzlich chemisch oder mechanisch poliert.
Fliegenrollen haben entweder ein Bremssystem oder zumindest eine mechanische Hemmung, die ein Überlaufen der Spule bei Schnurabzug verhindert. In beiden Fällen muss der Widerstand beim Abzug der Schnur sanft und gleichmäßig sein. Keinesfalls darf die Spule dabei ruckeln. Das kann nämlich, insbesondere wenn man endlich den lang ersehnten Traumfisch an der Fliege hat, wegen der schlagartig auftretenden Belastungsspitzen zum Abriss des Vorfachs führen.
Auch wenn es eigentlich keiner Erwähnung bedürfen sollte – Fliegenrollen, deren Spulen eine Unwucht haben und demzufolge „eiern“, sollte man eben so wenig kaufen wie Fliegenrollen, deren Spulen beim kraftvollen Einkurbeln am Gehäuse schleifen.
Alle weiteren Ansprüche an die Größe und Leistungsfähigkeit der Fliegenrolle richten sich prinzipiell nach der Größe und Kraft der Fische, die Sie beim Fliegenfischen fangen möchten.

LEICHTES FLIEGENFISCHEN

(bis Schnurklasse 6 + 50m Backing)
Für Portionsforellen, Äschen und alle anderen Süßwasserfische, die Sie mit Fliegenruten und Fliegenschnüren bis zur Klasse 6 befischen, benötigen Sie eine relativ kleine Fliegenrolle. Sie muss gerade groß genug sein, damit die gewünschte Fliegenschnur und etwa 50 Meter Backing (Nachschnur) Platz auf der Spule finden. Wenn die Fliegenrolle Ihrer Wahl über ein Bremssystem verfügt, dann sollte dieses – gerade für das leichte Fliegenfischen mit feinen Vorfächern – bei leichten Bremswiderständen besonders fein und exakt einstellbar sein. Die meisten Fische drillt man nicht über die Rolle, sondern man „gibt und nimmt“ die Schnur mit der Hand. Doch wenn einmal ein starker Ausnahmefisch am Haken ist, der Schnur von der Rolle zieht, muss die Rollenbremse sehr sanft arbeiten, damit das Vorfach nicht reißt. Eine starke Bremse brauchen Sie hier beim Fliegenfischen jedoch nicht, denn Sie fischen mit Vorfächern mit geringen Tragkräften zwischen etwa 1,0 und 2,5 kg.
Den niedrigen Gewichten moderner Fliegenruten entsprechend sollten Sie eine möglichst leichte Fliegenrolle verwenden. Jedoch sollte die Fliegenrolle nicht zu leicht sein, damit die Fliegenrute beim Werfen und Fischen nicht kopflastig wirkt. Ohne Schnurfüllung an der Fliegenrute befestigt sollte die Fliegenrolle gerade so viel wiegen, dass sie das vor dem Rutengriff liegende Rutengewicht ausbalanciert. Mit Schnur gefüllt hat die Rolle dann genau das richtige Gewicht, um Ihr Handgelenk – quasi als Kontergewicht zur Fliegenrute und Fliegenschnur – beim Werfen zu entlasten.

MITTELSCHWERES FLIEGENFISCHEN

(Schnurklasse 7 bis 9 + 100 bis 150m Backing)
Wenn Sie mit Fliegenruten und Fliegenschnüren der Klasse 7 bis 9 im Salzwasser auf Meerforellen, Meeräschen und Wolfsbarsche bzw. Redfish, Snook und Baby-Tarpon oder im Süßwasser auf stattliche Forellen, Barben, Hechte oder Rapfen fischen, sollte die Fliegenrolle zusätzlich zur Fliegenschnur gut 100 Meter Backing fassen. Bei dieser Art des Fliegenfischens haben Sie es mit stärkeren Gegnern zu tun, die, insbesondere wenn eine starke Strömung herrscht, Schnur von der Fliegenrolle ziehen. Zwar ist in den meisten Fällen mit Fluchten von überschaubarer Länge zu rechnen, aber mit 100 Metern Schnurreserve sind Sie auch in Ausnahmesituationen auf der sicheren Seite. Wollen Sie mit Fliegengerät dieser Schnurklassen gegen noch stärkere Gegner wie große Karpfen, Steelhead, Pazifik- und Atlantiklachse oder im Salzwasser gegen Bonefish, Bluefish, Striped Bass & Co. antreten, sollte die Rolle etwa 150 Meter Backing fassen. An die Rollenbremse werden nun höhere Anforderungen gestellt. Sie sollte fein dosierbar im Bereich zwischen einer leichten Abzugshemmung für den Schutz dünner Vorfächer (z.B. für Meerforelle, Meeräsche und Bonefish) und einem Bremswiderstand von etwa 0,7 kg beim Fischen mit stärkeren Vorfächern sein. Besonders wichtig ist, dass die Bremse weich und ruckfrei anläuft, denn die Gefahr eines Vorfachbruches ist bei plötzlichen kurzen Sprints, Sprüngen und bockigen Kopfschüttlern um ein Vielfaches höher als während einer längeren Flucht des Fisches mit relativ konstanter Geschwindigkeit.

Ihre Rolle für diese Fischerei darf ruhig etwas schwerer sein und, im ungefüllten Zustand an der Rute montiert, das Gerät geringfügig hecklastig machen. Beim Werfen von Fliegenschnüren der Klasse 8 oder 9 müssen Sie eine recht große Schnurmasse beschleunigen, was an einem langen Angeltag mit unzähligen Würfen Muskulatur und Bänder Ihres Wurfarms und Handgelenks stark beanspruchen kann. Ein paar Gramm „zuviel“ in der Rolle wirken als entlastendes Kontergewicht und lassen Sie ermüdungsfreier werfen und fischen.

SCHWERES FLIEGENFISCHEN

(Schnurklasse 10 bis 13 + 200, 300 oder 500m Backing)
Beim schweren Fliegenfischen, wo Fliegenschnüre und Fliegenruten der Klassen 10 bis 13 zum Einsatz kommen, sind die Anforderungen an die Rollengröße, das Schnurfassungsvermögen und die Leistungsfähigkeit des Bremssystems am höchsten. Prinzipiell kann man nun zwischen dem Fliegenfischen mit geringerem und mit großem Backingbedarf unterscheiden. Der Kampf gegen Großhechte, Huchen, Taimen, Lachse, Waller, große Striped Bass, Snook, Barramundi und auch kleinere Tarpon (unter etwa 60 Pfund) findet eher an kürzerer Schnur statt. Entweder weil die jeweilige Fischart, wie beispielsweise Hecht und Huchen, keine langen Fluchten macht oder weil man ihnen nicht viel Schnur geben darf, um die Kontrolle über die Situation nicht zu verlieren. Lachse und Steelhead sollte man mit moderat eingestellter Bremse drillen, ihnen auf ihren stromab gerichteten Fluchten folgen und die Distanz zum Fisch so kurz wie möglich halten, denn es ist oftmals unmöglich, einen großen schweren Fisch gegen eine starke Strömung flussauf zu ziehen. Welse, Snook, Barramundi oder kleinere Tarpon muss man in ihren meist hindernisreichen Lebensräumen forciert drillen, um sie von versunkenem Totholz oder Mangrovenwurzeln fern zu halten. Eine Fliegenrolle mit 200 Metern Backing unter der Fliegenschnur ist für all diese Situationen absolut ausreichend.
Anders ist es beim Fliegenfischen auf große Jacks, Trevally, Barracuda, große Permit, Bull-Redfish, Roosterfish, Großtarpon (70 bis weit über 100 Pfund), Segelfisch & Co. All diese Fischarten suchen ihr Heil in extrem langen Fluchten, was nach einer Backingfüllung von mindestens 300 Metern verlangt. Hat man es auf Marlin, Makohai oder Thunfisch abgesehen, sollte man sogar 500 Meter Schnurreserve haben.
Das Bremssystem muss für das schwere Fliegenfischen, unabhängig davon wie viel Schnur der Gegner von der Rolle ziehen kann oder darf, nicht nur seidenweich ansprechen und absolut ruckfrei arbeiten, es muss auch einen hohen Bremsdruck aufbauen und zuverlässig halten. Mit einem Vorfach von beispielsweise 20 lb Tragkraft stellen erfahrene Großfischjäger den Bremswiderstand ihrer Fliegenrolle auf bis zu 3,5 kg ein, um den Fisch knapp unterhalb der Vorfachbruchgrenze zu ermüden. Bei dieser Einstellung kann man mit der Hand kaum noch Schnur von der Fliegenrolle abziehen.
Was schon bei der mittelschweren Fischerei zum Rollengewicht gesagt wurde, gilt auch für das schwere Fliegenfischen. Für Einhand-Fliegenruten von 9‘ Länge in den Klassen 10 bis 11, und auch wenn Sie mit der Zweihand-Fliegenrute fischen, darf die Fliegenrolle so schwer sein, dass Sie das Gerät ein wenig „hecklastig“ macht. Eine Fliegenrolle für eine 12-er oder 13-er Einhand-Fliegenrute hingegen sollte unbedingt deutlich schwerer sein als der Teil der Fliegenrute vom Griff bis zur Spitze. Insbesondere wenn Sie riesige Fliegen an 650 bis 800 grains schweren Fliegenschnüren durch die Luft schleudern müssen, ist die Rolle als Kontergewicht ein absolutes Muss.

DURCHMESSER UND BREITE

Fast alle modernen Fliegenrollen haben Großkernspulen, auch „Large Arbor“ genannt. Ein Spulenkern mit großem Durchmesser sorgt dafür, dass die Fliegenschnur über einer adäquaten Backingfüllung in Wicklungen mit entsprechend großem Durchmesser auf der Rolle sitzt und deshalb nur geringfügig kringelt, wenn man sie für das Werfen von der Fliegenrolle zieht. Um diesen Effekt bei traditionellen Rollendesigns mit einem kleinen Spulenkern zu erreichen, muss man erheblich mehr Backing unterfüllen. Dem Großkern wird auch nachgesagt, dass er ein schnelleres Aufkurbeln der Schnur ermöglicht. Diese Behauptung ist aber nur bedingt richtig. Weil die nur 20 bis 30 Meter lange Fliegenschnur naturgemäß die äußerste Wicklungsschicht auf der Spule ist, liegt sie dicht am Außendurchmesser der Spule. Folglich bestimmt nicht der Kerndurchmesser, sondern der Außendurchmesser der Spule, wie viel Schnur man pro Spulenumdrehung einholt. Will man eine Rolle haben, mit der man die Fliegenschnur besonders schnell aufkurbeln kann, braucht man also eine Fliegenrolle mit entsprechend großem Außendurchmesser. Richtig ist jedoch, dass auf einer Großkernrolle das Backing auf einem größeren Durchmesser liegt als auf einer Rolle mit kleinem Kern. Deshalb wird der Großkern-Vorteil des schnelleren Schnureinholens erst in erheblichem Maße wirksam, wenn ein Fisch Backing von der Rolle zieht. Der Vorteil wird umso größer, je mehr Schnur der Fisch abgezogen hat.

Jetzt wirkt auch der dritte Großkernvorteil: Im Vergleich zu einer Fliegenrolle mit kleinem Kern, deren Backing-Wicklungsdurchmesser bei einer langen Flucht des Fisches rapide schrumpft, verändert sich auf dem Großkern der Durchmesser der Backingwicklung nur geringfügig. Die Folge daraus ist ein erheblich geringerer Anstieg der Kraft, die zum Abziehen der Schnur gegen die Rollenbremse erforderlich ist. Mit anderen Worten: Die „Bremswirkung“ gegen einen weit flüchtenden Fisch bleibt bei einer Großkernrolle nahezu konstant, während sie bei einer „Kleinkernrolle“ (je nach Spulendimensionen) um den Faktor 3 und mehr ansteigen kann.

Je größer und stärker die Fische sind, die Sie mit der Fliege fangen wollen, umso wichtiger werden also die Vorteile einer Großkernrolle. Manche Großkern-Fliegenrollen haben eine recht breite Spule, damit der Außendurchmesser der Rolle klein gehalten und trotzdem eine ausreichende Schnurfassung gewährleistet werden kann. Vater dieses Designs ist wohl der ästhetische Aspekt, denn nicht jedem Fliegenfischer gefällt es, ein „Riesenrad“ an seine filigrane Fliegenrute zu schrauben. Beim leichten Fliegenfischen mit feinen Fliegenruten und leichten Fliegenschnüren ist dieses Thema allenfalls eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ob die Spule ein paar Millimeter schmaler oder breiter, ihr Durchmesser einen Zentimeter größer oder kleiner ist, macht sich weder beim Memory-Effekt des Fliegenschnurkringelns noch beim schnelleren oder langsameren Schnureinholen bemerkbar – beträgt doch der Unterschied beim Flugschnuraufkurbeln mit Fliegenrollen dieser Größe kaum 3 Zentimeter pro Spulenumdrehung. Das Thema gewinnt jedoch an Bedeutung, wenn es um Fliegenrollen für den Fang von Fischen geht, die 50 Meter, 100 Meter oder gar doppelt soviel Schnur abziehen können, denn der Fliegenfischer muss diese Schnurmenge auch wieder auf die Fliegenrolle zurück kurbeln und bei einem kapitalen Gegner nicht nur einmal, sondern mehrmals während eines Drills. Je breiter die Spule ist, umso mehr muss der Angler sich darauf konzentrieren, das Backing beim Aufkurbeln gleichmäßig auf der Spule zu verteilen. Sonst kommt es zu einer schiefen Wicklung oder zur Bildung von Schnurbäuchen, was im schlimmsten Fall dazu führt, dass die Fliegenschnur sich nicht mehr vollständig auf die Fliegenrolle wickeln lässt, weil sie zwischen einem dicken Schnurbauch und dem Rollengehäuse klemmt. Fliegenrollen mit relativ schmalen Spulen erlauben ein wesentlich gleichmäßigeres Aufwickeln mit weniger Fingerarbeit beim Führen des Backings. Sie haben allerdings auch einen entsprechend großen Außendurchmesser. Für den Kampf gegen wirklich kapitale Fische sind solche schmalen, großen Rollen die beste Wahl.

MATERIAL UND BAUTEILE

Heutzutage haben fast alle Fliegenrollen Gehäuse und Spulen aus Aluminium. Preiswerte Produkte werden meist im Druckgussverfahren hergestellt und gegebenenfalls auf CNC-Maschinen überdreht, um eine hochwertig erscheinende Oberfläche zu erreichen. Die Bauteile für qualitativ hochwertige Fliegenrollen werden komplett aus Aluminium-Vollmaterial auf CNC-Technik gedreht und gefräst. Letztere haben den Vorteil größerer Zähigkeit und Verwindungssteifheit. Fliegenrollen aus Aluminiumgussteilen können bei einem harten Aufprall brechen, während hochwertig gefertigte Fliegenrollen allenfalls eine Delle bekommen oder verbiegen können. Zum Schutz gegen Korrosion werden die Aluminiumteile bei preiswerten Produkten lackiert oder pulverbeschichtet, hochwertige Fliegenrollen-Teile sind galvanisch beschichtet (eloxiert – auch „anodisiert“ genannt). Die übrigen Rollenteile wie Achsen, Schrauben, Stifte und Bolzen werden meist aus Aluminium, Bronze, Stahl oder Edelstahl hergestellt.
Die Funktionstüchtigkeit und Lebensdauer einer Fliegenrolle hängt in erster Linie von der passgenauen Verarbeitung und der ausreichenden Dimensionierung der beweglichen Teile ab. Zu dünne Achsen können bei starker Beanspruchung verbiegen, Lager und Laufbuchsen aus minderwertigem Material unterliegen einem schnelleren Verschleiß, ungesicherte Schrauben können sich lösen, Verbindungen zwischen unverträglichen Metallen sind besonders anfällig für Korrosion. Auf den ersten Blick sind solche Minderqualitäten oft nicht zu erkennen und man fragt sich, worin der Preisunterschied zwischen zwei augenscheinlich sehr ähnlichen Fliegenrollen begründet ist. Wir haben, auch im preiswerteren Segment, ausschließlich Fliegenrollen in unserem Programm, bei denen Sie sicher sein können, dass die Qualität stimmt.

Mit zunehmender Popularität des Fliegenfischens im Salzwasser werden wir immer wieder gefragt, welche Fliegenrollen sich für den Einsatz im Salzwasser eignen – und warum. Zunächst müssen alle Aluminiumteile eloxiert sein. Wenn sie vor der galvanischen Beschichtung zusätzlich chemisch oder mechanisch poliert wurden, kann man Salzkristalle besonders einfach von der glatten Oberfläche entfernen, was die Lebensdauer der Fliegenrolle erheblich erhöht. Alle anderen Metallteile sollten aus nichtrostendem Material wie Edelstahl oder Titan sein. Doch das reicht noch nicht aus, um eine Fliegenrolle tatsächlich salzwassertauglich zu machen. Schwachpunkte sind nämlich die verborgenen Innenteile wie beispielsweise Nadel- oder Kugellager. Selbst wenn die Kugeln bzw. Nadeln aus Edelstahl bestehen und somit rostfrei sind, bleiben die Lager anfällig für das extrem aggressive Salz. Es dringt in die Zwischenräume ein, härtet dort aus und kann die Lager mit der Zeit unbrauchbar machen. Nur staub- und wasserdicht abgedichtete Lager und Bremssysteme sind wirklich langzeittauglich für den häufigen Salzwassereinsatz. Aus diesem Grund haben wir die Fliegenrollen von BAUER, NAUTILUS, SALMOLOGIC, ABEL und HAWKING in unserem Programm.
Die Qualität und somit letztlich auch der Preis einer Fliegenrolle steigen proportional zum Herstellungsaufwand. Fliegenrollen aus Massenproduktionen mit billigen Komponenten sind entsprechend preiswert, während mit hohem handwerklichem Aufwand aus teurem Rohmaterial und mit Komponenten bester Güte gefertigte Kleinserienprodukte das andere Extrem darstellen. Erstere können, insbesondere beim leichten Fliegenfischen in niedrigen Schnurklassen, eine durchaus praxistaugliche Wahl sein. Letztere sind schlicht und einfach die besten und begehrenswertesten Präzisionsgeräte für das schönste Hobby der Welt.