Fliegenfischen auf Hecht

Keine Frage: Das Fliegenfischen auf Hecht gewinnt Jahr für Jahr an Popularität. Technik, Taktik und Gerät unterscheiden sich jedoch zum Teil grundlegend von dem, was wir für die Fischerei auf Forelle und Co. gewöhnt sind. Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle mit einigen Tipps und Tricks eine kleine Hilfestellung geben, damit der erste Hecht auf Fliege sich nicht lange bitten lässt. Aber seien Sie gewarnt: Nach dem ersten brutalen Biss des großmäuligen Süßwasser-Räubers an der Fliegenrute besteht definitiv Suchtgefahr!

Abgesehen von unseren „Fettflossenträgern“ ist der Hecht der wohl der am zweithäufigsten mit der Fliege beangelte Fisch. Das kommt nicht von ungefähr, denn er lässt sich hervorragend mit einem Streamer an die Flugschnur locken. Nachdem der Lachs in unseren Flüssen verschwand, war der Hecht lange Zeit der größte Raubfisch in den hiesigen Gefilden. Lediglich im Einzugsgebiet der Donau gab es mit dem Wels und dem Huchen ebenbürtige Predatoren, die mit dem Hecht hinsichtlich Größe und Gewicht konkurrieren konnten. Inzwischen kommt der Wels auch im Rheinsystem vor und hat somit den Hecht dort als größten Raubfisch abgelöst.

Vorkommen & Lebensweise

Hechte kommen in fast allen Gewässern vor. Vom Teich bis hin zum Stausee und vom Wiesenbach bis hin zum gigantischen Strom oder sogar Brackwasser – fast überall ist dieser Räuber heimisch. Die Durchschnittslänge beträgt 50 bis 100 cm, wobei Ausnahmefische (in der Regel große Rogner) sogar 150 cm lang werden können und Gewichte um 20 Kilogramm erreichen. Hechte sind in der Regel Standfische und Lauerjäger. Je nach Lebensbedingung passen Hechte ihre angestammte Lebensweise aber auch schon einmal an das Verhalten der Beutefische an. So verfolgen Hechte in großen Talsperren und Seen gerne die umherziehenden Maränenschwärme und werden damit zu so genannten „Freiwasserhechten“. Überwiegend werden wir dem Hecht aber in der Nähe seiner Deckung (Schilfgürtel, Totholz etc.) in Ufernähe begegnen. Zwei Umstände kommen dem Fliegenfischer hinsichtlich der Hechtfischerei entgegen. Zum einen kann man ihn mit Ausnahme der Schonzeit (in der Regel von Mitte Februar bis Anfang Mai) ganzjährig befischen und zum anderen ist der Hecht bei der Köderwahl recht unselektiv: Zu den Beutefischen gehört eigentlich alles, was bewältigen und schlucken kann.

Fressverhalten

Dennoch sollte man nun nicht zu viel Euphorie an den Tag legen, denn wer denkt, dass der Hecht somit zum leichten Ziel wird, der wird schnell eines Besseren belehrt. Meister Esox hat nämlich durchaus seine Eigenheiten, die für Verzweiflung und Frust sorgen können. Erfolg und Misserfolg liegen bei der Hechtfischerei mit der Fliege nah beieinander. Entscheidend für den Fangerfolg des Räubers mit dem schuppigem Kettenhemd und Entenschnabel ist nämlich das Fressverhalten. Und dieses ist zum Leidwesen des Anglers stark witterungsabhängig. Passen die äußeren Umstände nicht (z.B. stark schwankender Luftdruck) können Hechte auch durchaus einmal über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen in völlige Lethargie verfallen und kollektiv das Fressen einstellen. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Hecht, der erfolgreich bei der Jagd war, längere Zeit von seiner Beute zehren kann und keine Bedürfnisse mehr hat, Beute zu machen. Wichtig für den Fangerfolg bei der Hechtfischerei ist also der Umstand, dass die Hechte auch „laufen“.

Wie schon erwähnt kommt der Hecht in fast allen Gewässersystemen vor. Der Fangerfolg hängt maßgeblich von seiner Fresslaune und dem Erkennen des Standplatzes ab. Man sollte den Hecht tunlichst bei stabilem Luftdruck befischen. Stärkere Schwankungen in kurzer Zeit schlagen ihm regelrecht auf den Magen. Langzeitbeobachtungen im Aquarium haben gezeigt, dass der Hecht bei ständig wechselndem Luftdruck bis zu 14 Tage das Futter verweigerte, ja sogar aufgenommene Nahrung (einen Beutefisch) aufgrund einer starken Schwankung des Luftdrucks unverdaut „erbrach“. Auch an Tagen mit Ostwind sollte man sich lieber anderen Freizeitbeschäftigungen widmen. Der Hecht ist ein Lauerräuber, der andere Fische (sogar Artgenossen) und gelegentlich Kleinsäuger sowie junges Wassergeflügel (z.B. Entenküken) frisst. Praktisch kommt also lediglich die Streamer-Fischerei in Betracht. Lediglich eine Ausnahme kann man einmal in Betracht ziehen: Am Schilfgürtel eines Sees kann man versuchsweise auch einmal eine Mausimitation als „Trockenfliege“ entlang der Wasseroberfläche führen. Reizt man dabei einen Hecht, ist der Anbiss spektakulär. Für gewöhnlich werden Sie aber mit dem Streamer fischen.

Diese Gewässer sind meist überschaubar und die typischen Hechtstandplätze fallen einem direkt ins Auge. Die entscheidende Frage ist nun, ob das Gewässer bewatbar oder aufgrund vom schlammigen Boden bzw. steil abfallender Ufer nicht bewatbar ist. Es wird Ihnen vor allem eines fehlen……..Rückraum. Überkopfwürfe sind meist nur an bewatbaren Seen möglich und mit einem Großstreamer sind Wasserwürfe kaum machbar. Typische Hechtstandplätze sind vom Ufer aus nur selten frei zugänglich und verfügen über starke Behinderungen durch Ufervegtation wie Schilf, Sträucher und Bäume. Alternativ können Sie den See (wenn erlaubt) mit einem Boot oder Belly-Boot befischen. Hechte finden sich hier an Schilfkanten, an überhängenden Bäumen oder Gebüsch, welches Deckung bietet. Aber auch Totholz im Wasser oder sonstige Strukturen ziehen den Räuber magisch an. Hier in Ufernähe reicht es, den Streamer mittels einer Schwimmschnur zu präsentieren. Können Sie Sandbänke und Scharkanten ausmachen bzw. wissen Sie um den genauen Ort dieser „Barschberge“ sollten Sie auf eine Sinktip oder Intermediate Schnur umswitchen, um an diesen Hotspots den Streamer auch tiefer anbieten zu können. Wenn Sie den richtigen Zeitpunkt treffen, wird sich bald Erfolg einstellen. Kleiner Tipp: Im Herbst, wenn die Temperaturen fallen, ziehen die Futterfische nicht selten in den Bereich des Auslaufs eines Sees (sofern vorhanden). Ursächlich dafür ist die Temperatur- und Nahrungsverteilung. Bemerken Sie eine hohe Weißfischdichte in einem solchen Bereich, ist der Hecht nicht weit!

Fliegenfischen auf Hecht an großen Seen, Talsperren und Boddengewässern

Hier werden Sie sich auf der Jagd nach Esox lucius erst einmal verloren vorkommen, denn die typischen Hechtstandplätze sind zunächst nicht offensichtlich. Natürlich gilt auch hier: Der Hecht wird Deckung für einen Hinterhalt suchen. Meist sind weite Teile solcher Gewässer aber Strukturarm. Hier sollten Sie Fisch fressende Wasservögel wie Haubentaucher, Möwen, Kormorane, Reiher, Gänsesäger etc. beobachten. Dort wo diese sich aufhalten und jagen befindet sich auch die Nahrung des Hechts. Suchen Sie diese Stellen also auf! Auch Scharkanten, Untiefen und Sandbänke sind immer ein paar Würfe wert. Besorgen Sie sich, wenn möglich, eine Tiefenkarte des Gewässers! An Methoden kommen die gleichen wie in den vorher beschriebenen Seen zum Einsatz. Allerdings kann bei entsprechender Tiefe auch der Einsatz von Vollsinkschnüren notwendig werden. Oftmals benötigen Sie auch ein Boot oder Belly-Boot, um an große Freiwasserhechte zu kommen oder um interessante Stellen erreichen zu können. An solchen Gewässern kann auch auf den Einsatz eines Echolotes gesetzt werden, um die Fischschwärme und damit gegebenenfalls unseren Zielfisch lokalisieren zu können. Generell ist an solchen Gewässern (z.B. Boddengewässer und Trinkwassertalsperren) eher mit großen Hechten zu rechnen. Oftmals behindern hier stärkere Winde die Werferei. Unsere Empfehlung: Nutzen Sie hier die Vorteile einer kräftigen Rute in Klasse #10 und verwenden Sie tendenziell auch längere Ruten in 9’6“ oder 10“. Auch der Einsatz von Schusskopfsystemen sollte hier überdacht werden, denn diese vermindern Leerwürfe und sind leichter an wechselnde Gegebenheiten anpassbar.

Fliegenfischen auf Hecht in Flüssen und Kanälen

Vor allem in Kanälen und Grachten wird die Suche nach dem Hecht etwas komplizierter, denn oftmals sehen solche Gewässer auf Kilometer langen Strecken gleich aus und offenbaren zunächst keinen vielversprechenden Hechtstandplatz. Doch wenn man genauer hinsieht und diese Gewässer auf die Lebensweise des Hechtes reflektiert, ist die ein oder andere gute Stelle schnell gefunden. Kleine Kanäle und Grachten mit wenig Strömung verfügen oftmals über ähnliche Standplätze wie kleinere Seen: Uferbewuchs, Schilfgürtel, Seerosenfelder usw.

Dort sollte der Streamer „baden gehen“! Größere Kanäle und Flüsse sind da deutlich schwerer zu „lesen“. Auch hier gilt: Der Hecht mag Deckung und meidet starke Strömung. Er wird also im Strömungsschatten von Buhnenfeldern, großen Steinen etc. zu finden sein. Immer ein paar Würfe wert sind Einläufe von Bächen oder Flüssen und vor allem die Bereiche von Häfen. Auch im Kehrwasser hinter Wehren wird sich der Hecht finden lassen. Da wo er wenig Energie verbraucht, um seine Position zu halten und zudem noch Beute findet, fühlt er sich im Fluss wohl! Auch hinter Untiefen sollte man immer mal ein paar Würfe riskieren, denn dort brechen die Sand- und Kiesbänke die Hauptströmung. Nicht zuletzt gilt auch hier: Da wo sich die Beute von Meister Esox befindet (Weißfischschwärme etc.), da lauert auch der schuppige Wolf im (grünen) Kettenhemd. Einen Faktor gibt es an fließenden Gewässern noch zu beachten – die Strömung! Kommen wir an sehr gemächlich fließenden Bächen, Flüssen und Grachten noch mit einer Schwimmschnur oder mit einer Sinktip aus, so wird es mit zunehmender Fließgeschwindigkeit wichtig, den strömungsanfälligen Streamer auf die entsprechende Tiefe zu bekommen. Eine Intermediate- oder Sinktip-Fliegenschnur stellt dann schon die untere Grenze dar. Oftmals kann es schon nötig sein, auf eine Vollsinkschnur setzen zu müssen, da ansonsten der Streamer direkt unter der Wasseroberfläche laufen würde. Dieser muss aber in die Nähe der Beutefische transportiert werden, damit der Hecht angesprochen wird.

Ausrüstung zum Fliegenfischen auf Hecht

Kommen wir nun zur Ausrüstung für die Fliegenfischerei auf Hecht. Sie können sich ja recht schnell vorstellen, dass ein Räuber von derartiger Größe und Gewicht nicht mit der konventionellen „Forellenrute“ in Klasse # 5 gefangen werden kann. Unterstrichen wird dieser Fakt durch die Tatsache, dass man bei der Hechtfischerei lange, großvolumige und teils auch sehr schwere Streamer einsetzt. Schließlich will man ja auch die „Gier“ des Fisches zum eigenen Vorteil nutzen.

Fliegenrute und -rolle für Hecht

Auch wenn der Hecht kein außerordentlich guter „Kämpfer“ ist, empfiehlt es sich die gewählte Schnurklasse durchaus ein wenig höher anzusetzen. Zwar käme man theoretisch durchaus mit einer Rute in der Klasse # 8 aus, wird dann aber durch den verwendeten Streamer sehr limitiert. Mit solch einer leichten Rute werden Sie bei windigen Bedingungen keine Freude haben und einen vollgesogenen Zonker aus Kaninchenfell werden Sie auch kaum auf eine entsprechende Distanz bekommen. Von daher empfehlen wir eine Ausrüstung der Klasse # 9 oder sogar # 10. An großen Seen, an denen zudem mit viel Wind zu rechnen ist, wie den Boddengewässern in Mecklenburg-Vorpommern oder aber bei extrem hoher Dichte an kapitalen Fischen ist der Griff zu einer 10er Rute sicherlich die bessere Wahl. In der Regel können Sie sich das zusätzliche Gewicht aber sparen und sind mit einet Ausrüstung in der Klasse # 9bestens bedient. Diese würde im Vergleich zur Forellenfischerei dort der Klasse # 5 entsprechen.

Bei der Länge der Fliegenrute gibt es hinsichtlich der Hechtfischerei wenig anzumerken. Hier gibt es kaum Spielraum. In der Regel verwendet man Einhandruten in der Länge von 9′ ft. bzw. umgerechnet 2,74 m. 9 Fuß lange Ruten bieten sich sowohl für die Uferangelei, bei der Watfischerei, als auch beim Fischen vom Boot aus an. An sehr großen Gewässern bzw. wenn Sie häufig mit dem Belly-Boot unterwegs sind, würde sich diesbezüglich noch die Länge von 9’6“ anbieten. Beim Belly-Boot verschaffen Sie sich so beim Wurf eine höhere Distanz zur Wasseroberfläche. Der letzte Aspekt hinsichtlich der Rutenwahl betrifft die Aktion. Hier sollten Sie tunlichst ein schnelleres, kraftvolles Modell mit Spitzenaktion wählen. Handlange Hechtstreamer sind entweder schwer oder sehr windanfällig. Außerdem müssen Sie den Haken ja in das relativ harte Maul des Hechtes treiben können.

Unsere Empfehlungen Hechtfliegenrute

Bezüglich der Rutenwahl ist alles andere dann Ihrem persönlichen Geschmack bzw. dem finanziellen Rahmen überlassen.

Unsere Empfehlungen Hechtfliegenrolle

Hinsichtlich der Fliegenrolle sollten Sie auf die entsprechende Schnurkapazität und ein entsprechend gutes Bremssystem achten. Aber auch das Gewicht der Rolle spielt eine Rolle. Rute und Rolle sollten gewichtsmäßig in guter Balance zueinander stehen.

Fliegenschnur und -vorfach für Hecht

Als dritte, wichtige Komponente hat man die Qual der Wahl hinsichtlich der Fliegenschnur. Diesbezüglich gibt es eine Unzahl an Schwimmeigenschaften und Tapern. Gottlob können wir diese vielfältige Auswahl in Hinblick der Lebensgewohnheiten des Hechtes deutlich reduzieren. In der Regel fängt man den Hecht oberflächennah oder im Mittelwasser.

WF-Schnüre

Mit Schwimmschnüren, Sinktip-Schnüren bzw. Intermediate-Schnüren ist man also bestens beraten. Zudem hat man ja noch die Möglichkeit anhand von entsprechenden Vorfächern den Streamer in der gewünschten Tiefe anbieten zu können. Die im Folgenden genannten Schnüre sind WF – Vollschnüre, sprich Keulenschnüre, die alle Schnursektoren enthalten.

Unsere Schnur-Empfehlungen

Schussköpfe

Eine weitere Möglichkeit ist jedoch der Einsatz eines Schusskopfsystems. Hier benötigt man eine Schussschnur bzw. Shooting Line. Solche Schussschnüre müssen noch mit einer Keule, dem so genannten Schusskopf ausgestattet werden. Dieses geschieht in der Regel über eine Loop to Loop-Verbindung und ist schnell erledigt. Mit diesem Schusskopf kann man nun sehr flexibel auf die jeweiligen Bedingungen reagieren, um den Streamer auf die Tiefe zu bringen, wo sich der Fisch aufhält. Eine echte Empfehlung sind diesbezüglich die SALMOLOGIC SHORTCUT-Schussköpfe. Schusskopf-Systeme empfehlen sich vor allem bei der Befischung eines Sees mit einem Belly-Boot, können aber auch bei der Wat- und Bootsfischerei die Variabilität des Anglers erheblich erleichtern. Ein weiterer willkommener Nebeneffekt bei Verwendung eines Schusskopfsystems: Man spart Leerwürfe und erhöht damit die effektive Angelzeit.

Unsere Schusskopf-Empfehlungen

Vorfach zum Fliegenfischen auf Hecht

Entgegen der Forellenfischerei kommt dem Vorfach bei der Hechtfischerei eine besondere Bedeutung zu und … es ist erheblich kürzer. In der Regel genügt ein guter Meter Fluorocarbon-Schnur in der Stärke 0,45 bis 0,65 mm (z.B. STROFT FC1 oder SALMONHUNTER FLUOROCABON-Tippet Material von Trouthunter). Möchte man den Streamer zusätzlich beschweren, nimmt man stattdessen ein Sinkvorfach mit hoher Sinkrate und kürzt dieses entsprechend ein. Der Hecht hat Zähne – sehr viele sogar -um genau zu sein bis zu 700 bei einem ausgewachsenen Exemplar. Wir kommen also nicht umhin, eine „bissfeste“ Spitze zu verwenden. Hier kann man ein Stück Hardmono verwenden, das klassische Stahlvorfach bzw. das modernere Titanium. Eine praktische Wahl, die keine Arbeit und kein Kopfzerbrechen macht, ist das ESOX SPECIAL LEADER von Scientific Anglers. Dieses fertige Vorfach wird einfach an der Fliegenschnur oder dem Schusskopf angebracht und ist sofort einsatzbereit. Es ist aufgrund der kurzen Länge insbesondere für sinkende Schnüre gedacht, bei schwimmenden Fliegenschnüren empfehlen wir das Scientific Anglers Toothy Fish Leader.

Zubehör-Tipps zum Fliegenfischen auf Hecht

Mit Rute, Rolle, Schnur und Vorfach haben wir nun die essentiellen Dinge zusammen. Der Rest der Ausrüstung deckt sich weitestgehend mit jener, die wir für die Forellenfischerei schon kennen und meist in diesem Zusammenhang auch benutzen. Dennoch gibt es ein paar Utensilien, die abweichen und genauer betrachtet werden sollten. Auch wenn Sie am Forellenbach „blank“ unterwegs sind, empfehlen wir für die Fischerei auf Hecht die Verwendung von Handschuhen. Entweder Sie benutzen entsprechende Modelle auch während der Fischerei oder aber Sie setzen sie zumindest für die Landung mit Kiemengriff und für das Hakenlösen ein. Zur Not tun es auch entsprechende Arbeitshandschuhe, wie man sie zum Beispiel für die Gartenarbeit kennt. Missachten Sie diesen Rat, kann das äußerst schmerzhafte und blutige Folgen haben. Für dieses Worstcase-Szenario sollten Sie dann ein Desinfektionsspray (für die Hand) parat haben. Mit einer Arterienklemme kommen wir bezüglich des Hakenlösens auch nicht weit. Hier geht unsere Empfehlung ganz klar in Richtung einer entsprechenden Spitzzange. Wenn Sie gewohnt sind, am Fluss oder Bach zu fischen, dann werden Sie auch noch nicht über einen Schnurkorb nachgedacht haben. Bei der Hechtfischerei kann die Verwendung des selbigen aber sehr sinnvoll sein. Gerade bei der Bootsfischerei verfängt sich dies Schnur nämlich gerne an allen möglichen und unmöglichen Ecken und Kanten. Auch bei der Watfischerei erhalten wir einen Vorteil. Eine Running-Line, die nicht vom oder aus dem Wasser gelöst werden muss, schießt deutlich besser und ermöglicht somit höhere Wurfweiten. Bei Verwendung einer Intermediate- oder Vollsinkschnur kommt man um die Nutzung des Schnurkorbes nicht herum, wenn man vernünftige Weiten erzielen möchte. Hinsichtlich der verwendeten Fliegendosen kommen wir bei der Hechtfischerei in die Richtung XXL. Diese Boxen passen dann leider nicht mehr in die Watweste und sollten daher mit einem Griff versehen sein. Eine geräumige Boots- oder Anglertasche nimmt diese sowie das entsprechende Zubehör inklusive „Marschverpflegung“ auf.

Bekleidungs-Tipps für die kalte Jahreszeit

Eine weitere Besonderheit bei der Jagd auf Esox lucius ergibt sich hinsichtlich der Witterung. Die meisten von uns werden schonzeitbedingt bislang keine „Winterfischerei“ kennen oder betreiben. Der Hecht kann jedoch auch im tiefsten Winter befischt werden. Hier sollten Sie überlegen, ob die gute, alte Neopren-Wathose eine mögliche Alternative zur Atmungsaktiven ist. Zumindest, wenn Sie einen winterkalten See länger bewaten möchten, macht diese Überlegung durchaus Sinn. Die bessere Alternative ist zweifelsfrei eine SIMMS G4Z bzw. die SIMMS G4Z Bootfoot in Verbindung mit der SIMMS Fjord Pant Fleece Hose oder dem SIMMS Fleece Midlayer BIB Hosenanzug. Des Weiteren ist vernünftige Funktionsbekleidung z.B. aus dem SIMMS – Sortiment essentiell, um einer drohenden Erkältung entgegen zu wirken. Ansonsten bleibt alles wie wir es vom Forellenfischen kennen: Wathosen, Watschuhe, Watweste usw. decken sich zum Großteil mit dem, was wir auch beim leichteren Fliegenfischen einsetzen. Nur der Watkescher wird mit einem der Größe XXL getauscht. Hier empfehlen wir die McLEAN Kescher in Größe L. Durchschnittshechte lassen sich gut und komfortabel mit einem Watkescher landen. Die wirklich großen landet man dann aber mit dem Kiemengriff.

Hechtstreamer

Nun haben wir Ihnen Tipps zur Ausrüstung an die Hand gegeben und sind grundlegend auf die Techniken und Taktiken an unterschiedlichen Gewässertypen eingegangen. Aber womit fischt man Erfolg versprechend auf Hecht? Die Antwort ist ebenso simpel, wie auch kompliziert! In der Regel wird man einen Streamer fischen. Dieser kann schon fast nicht „zu groß“ sein. Zwischen 15 und 30 Zentimeter darf dieser ruhig haben. Auch bezüglich der Farbwahl ist nicht viel zu beachten. Da ist der Hecht nicht sonderlich wählerisch. 

Als Faustregel gilt: 

•    klares Wasser und/oder sonniges Wetter → eher gedeckte bzw. natürliche Farben

•    trübes Wasser und/oder bedeckter Himmel → eher auffällige Farben. 

Zudem scheint die Farbkombination Weiß/Rot eine besonders große Anziehungskraft für unseren Zielfisch zu besitzen – also im Zweifelsfall immer mal ein paar Würfe damit wagen.

Unbeschwerte Hechtstreamer aus Kunsthaar, Synthetikmaterialien und Bucktail sind gut mit Ruten ab der Klasse #8 zu werfen/zu transportieren. Große Hechtzonker aus Kaninchenfell oder beschwerte Hechtstreamer verlangen tendenziell eher eine Rute in Klasse #10 – ansonsten werden Sie keine Freude haben.

Eine große Auswahl an fängigen Fliegenmustern für Hecht haben wir natürlich in unserem Shop vorrätig: Streamer für Hecht

Hechtstreamer binden

Etwas diffiziler wird die Frage nach dem Köder, wenn man näher ins Detail geht oder sogar vor hat selbst zu binden. Es bietet sich diesbezüglich nicht nur eine Flut an Materialien an! Auch verschiedene Designs sind machbar: Hechtfliegen auf Einfachhaken, Hechtsysteme mit Haupt- und „Angsthaken“, Tubenfliegensysteme etc. Dann kann man letztendlich noch Wackel-, Twisterschwänze oder „Rasseln“ als zusätzliche Reizelemente einbringen – die Möglichkeiten sind nahezu unerschöpflich und überfrachten den ambitionierten Einsteiger schnell mit einer Informationsflut.

Niklaus Bauer Hechtstreamer

Auch hinsichtlich der Hechtfliegenbinderei haben wir eine prima Empfehlung für Sie: Bevor Sie sich vielleicht mit zu vielen Informationen hinsichtlich des Bindens eines Hechtstreamers „überlasten“, möchten wir Sie auf die Niklaus Bauer- Produktreihe hinweisen. Niklas Bauer kann inzwischen durchaus als der „Hechtpapst“ Europas bezeichnet werden und hat inzwischen seine eigene Produktlinie am Markt platziert. Erfolg gibt Recht und Niklas Bauer gehört zu den namhaftesten und erfolgreichsten Hechtfischern des Kontinents! Zum einen finden Sie bei uns die entsprechenden Materialien und zum anderen finden Sie auf dem Videoportal „Youtube“ eine Fülle an Videos zu den Niklas Bauer – Streamern. Sie springen also nicht ins kalte Wasser. Bei Fragen zu Bindetechniken und geeigneten Materialien stehen wir natürlich ebenfalls gerne zur Verfügung!

Fliegenfischerkurs mit der Fliege auf Hecht

Den besten Einstieg bekommen Sie natürlich in der Praxis am Wasser. Und auch hier können wir helfen – denn wir haben bei unserem Fachgeschäft ja eines der Top-Hechtgewässer Deutschlands direkt vor der Haustür: den Möhnesee. Und speziell zum Hechtfischen mit der Fliege bieten wir entsprechende Kurse an. Weitere Infos finden Sie in unserer Kursbeschreibung fürs Fliegenfischen auf Hecht

Wir hoffen, Ihnen mit unserem kleinen Exkurs zu ihrem ersten „Fliegenhecht“ verhelfen bzw. Ihre persönliche Bestenliste damit erweitern zu können und wünschen diesbezüglich von Herzen „Petri Heil“! Und falls Sie Fragen zu tollen Hechtgewässern und der Ausrüstung haben oder weitere Tipps & Tricks zum Hechtangeln mit der Fliege wünschen – sprechen Sie uns jederzeit gerne an.