Polbrillen-Ratgeber

Polarisierend!

Bringen Polbrillen wirklich den Durchblick? Der Eine sagt so, der Andere so. Warum? Dieser Frage gehen wir mal auf den Grund.
Zunächst ist klar, ja Polfilter/Polbrillen können gewissermaßen für Durchblick sorgen. Störende Glanzreflexe und Spiegelungen werden unterdrückt, Kontraste erhöhen sich und Farben kommen deutlicher hervor. Aber das passiert nicht konstant und einheitlich. Einfluss auf den Effekt haben die Stellung des Filters vor dem Auge, der Einfallswinkel der Lichtquellen und die Stellung der Lichtquellen zum Auge.

Um zu verstehen wie ein Polarisationsfilter funktioniert, kann man ihn sich am einfachsten wie ein Gitter vorstellen. Lichtstrahlen die nicht die gleiche Ausrichtung wie die Gitterstäbe haben, passen nicht durch, prallen an den Gitterstäben ab und können das Auge nicht, oder nur geschwächt erreichen. Auf diese Weise werden starke Lichtreflexe entschärft, das einfallende Licht wird für das Auge gleichmäßiger. So sorgt der Polfilter für Durchblick, entstört die Sicht und das Auge kann mehr erkennen. Womit auch schon klar wird warum der Polfilter-Effekt mal mehr und mal weniger ausgeprägt wahrgenommen wird, denn natürliche Lichtstrahlen kommen aus allen erdenklichen Richtungen und in unterschiedlicher Stärke. Für ein optimales Filter-Ergebnis müssen unsere Gitterstäbe also dem Umgebungslicht entsprechend positioniert werden, sonst kann der Polfilter nicht, oder nur bedingt wirken.

In der Fotografie löst man das Problem mit einem drehbaren Filter vor der Linse und kann so die Gitterstäbe beliebig justieren. Polbrillen dagegen haben nur eine konstante Gitteranordnung. Die Polarisationsrichtung ist immer vertikal, es sei denn der Brillenträger vollbringt akrobatische Kunststücke.

Ist der ideale Blickwinkel jedoch vorhanden, lassen sich unerwünschte Reflexionen von glatten, nichtmetallischen Oberflächen, wie zum Beispiel Wasser unterdrücken. An nichtmetallischen Oberflächen wird mit senkrechter Polarisation merklich stärker reflektiert, insbesondere wenn der Austrittswinkel zur Oberfläche etwa 30° bis 40° beträgt. Dem Angler öffnet sich dann ein dunkles Fenster durch den Lichtreflex von Himmel und Sonne für den Blick ins ebene Wasser. Übrigens, unsere Gitterstäbe sind in Wahrheit eine dünne Schicht aus kleinen, feinen Kristallen.

Bei Polbrillen habe ich seit Jahren einen klaren Favoriten, nämlich die Produkte aus dem Hause COSTA. Und dafür gibt es einige gute Gründe: Dieser Brillenhersteller kennt sich bestens mit Sonnenstrahlen aus, schließlich ist man im sonnenverwöhnten Florida zuhause. Kein Wunder also, das COSTA zu den weltweit renommiertesten Marken im Bereich von High Performance Sonnenbrillen gehört und unter Outdoor-Spezialisten hohes Ansehen genießt. Seit 1983 entstehen hier exklusive Brillen für die Fischerei, den Wassersport und die Jagd. Die Glastechnologie und die Rahmenkonstruktionen sind absolute Spitzenklasse in Sachen Qualität und Design. COSTA Brillen sind nicht nur zweckmäßig, sondern auch modisch – sie haben einfach Stil und Klasse.

Die patentierte Glas-Technologie bietet fünf verschiedene Produktlinien. Je nach Einsatzzweck kommen unterschiedliche Beschichtungen, Farben und Materialien zum Einsatz. Aspekte wie Gewicht, Kratzfestigkeit, UV-Schutz, Kontrastvermögen, Farbspektrum und auch das Sehvermögen des Brillenträgers können optimal berücksichtigt werden. Ob Fischerei am Fluss, oder auf dem Meer – COSTA hat für jede Herausforderung die richtige Antwort. Bei COSTA weiß man aber auch wie wichtig das entspiegeln der Gläser ist. Bei einem nicht entspiegelten Brillenglas wird Licht von der Rückseite des Glases zurück ins Auge geworfen, was die Sicht erheblich beeinträchtigt. Man sieht durch entspiegelte Gläser besser, weil sie mehr Licht ans Auge lassen. COSTA Gläser bieten 100 % Entspiegelung. Die entspiegelnde Schicht wird jedoch nicht einfach, wie sonst üblich, außen auf das Brillenglas aufgetragen, sondern in die Linse eingebettet, so dass die Entspiegelung nicht zerkratzen oder verschleißen kann.
Wenn man sich so ein gutes Stück anschafft, will man natürlich lange und ungetrübte Freude daran haben. Deswegen sollte man für den richtigen Umgang mit der Brille einiges beachten. Hier meine Tipps:

Wie putze ich die Brille richtig? Oft reinigt man die Brille mit dem, was beim Fischen gerade zur Hand ist. Mit dem Stoff des Hemdes, mit Glück mit einem Taschentuch, das sich irgendwo in der Weste findet. Doch diese Stoffe bestehen meistens aus rauen Fasern und an ihnen haften Schmutz- oder sogar Salzpartikel, welche die Beschichtung des Brillenglases zerkratzen können. Viel besser sind Reinigungstücher aus Mikrofasern, die speziell zum Brillenputzen gedacht sind. Gießen Sie etwas klares Wasser aus der Trinkflasche über die Brille oder tauchen Sie die Brille einfach in den klaren Fluss oder See. Nachdem das Wasser abgetropft ist reinigen Sie die Gläser mit dem Mikrofasertuch. Vor und nach dem Fischen können Sie mit einem Tropfen Geschirrspülmittel Fettablagerungen von den Gläsern entfernen. Verwenden Sie aber kein hautschonendes oder rückfettendes Spülmittel, das hinterlässt einen Schmierfilm. Danach die Brille gut abspülen und mit dem Mikrofasertuch putzen. Verwenden Sie keine feuchten Reinigungstücher, denn sie können aggressive Stoffe enthalten, welche die Beschichtung der Gläser angreifen.

Was tun, wenn die Brille beim Fischen beschlägt? Bei großen Temperaturunterschieden kann eine Brille beschlagen. Beispielsweise wenn die Luft relativ kühl ist aber der Brillenträger, bedingt durch wärmende Bekleidung oder körperliche Anstrengung, schwitzt. Wenn das geschieht, nehmen Sie die Brille einen Moment ab bis sie nicht mehr beschlagen ist. Setzen Sie die Brille anschließend „etwas lockerer“, nur so weit auf die Nase, dass ein Belüftungsspalt zwischen Brillengestell und Ihren Augenbrauen, Wangen und Schläfen bleibt. Sollte die Brille weiter hartnäckig beschlagen, hilft dieser bei den Tauchern entlehnte Trick: verteilen Sie etwas Speichel auf den Gläsern, lassen diesen trocknen und putzen anschließend die Gläser mit einem Mikrofasertuch. Die im Speichel enthaltenen elastischen Glykoproteine sind in Wasser kaum löslich und bilden einen dünnen Film auf dem Glas, an dem das Kondenswasser keinen Halt findet. Und beim Tragen verspiegelter Gläser unter extremer Sonneneinstrahlung empfiehlt es sich, die Nase besonders sorgfältig mit Sonnenschutzcreme zu behandeln. Die Verspiegelung reflektiert nämlich die UV-Strahlen der Sonne und verdoppelt damit quasi die Strahlen-Dosis auf Ihrer Nase! Abschließend aber mein wichtigster Tipp, den mein Team und ich jedem Kunden ans Herz legen: Nehmen Sie sich Zeit bei der Auswahl Ihrer Brille, erklären Sie für welchen Zweck die Brille verwendet werden soll. Probieren Sie verschiedene Varianten und Modelle aus. Lassen Sie sich ausgiebig informieren und beraten, dann klappt es auch mit dem richtigen Durchblick und ganz nebenbei – der Coolness-Faktor stimmt dann auch.

Ihre Mirjana Pavlic