Die Wahl der Fliegenrute

Entscheidung ohne Reue

Fliegenfischen ist unser Leben, deswegen ist es unser größter Anspruch Sie bestmöglich zu beraten und informieren, Ihnen dabei zu helfen, für Ihre individuellen Belange die passende Fliegenrute auszuwählen. Deshalb finden Sie hier einige generelle Informationen über die unterschiedlichen Fliegenruten und unser Fliegenrutenprogramm, damit Sie eine Orientierungshilfe auf dem Weg durch unser breites Angebot vieler erstklassiger Fliegenruten bekommen. Diese Basisinformation soll Ihnen dabei helfen, Sie schnell an Ihr Ziel zu bringen: die richtige Fliegenrute für Sie ganz persönlich.
Aber der wichtigste Tipp, ja unsere Bitte: Bevor Sie eine Entscheidung treffen, besuchen Sie unser Fachgeschäft und probieren Sie gemeinsam mit unseren Fachberatern die Fliegenruten aus, die für Sie in Frage kommen. Nehmen Sie die Produkte in die Hand, werfen Sie die Ruten Probe, gerne mit verschiedenen Fliegenschnüren – mit Ihren eigenen oder mit unseren Test-Fliegenschnüren. Vor unserer Ladentür haben Sie diese Möglichkeit, auf der Wiese, am Möhnesee direkt gegenüber unserem Geschäft und natürlich auch an unseren exklusiven Fliegengewässern.

ULTRAFEINES FISCHEN AM BACH UND IN KLEINGEWÄSSERN

(mit der Trockenfliege und Nymphe auf heikle Forellen, Äschen, Alande, Döbel …)
Schnurklasse 2 bis 4, Rutenlänge 6‘ (1,83 m) bis 8‘6“ (2,59 m)
Kleine und kleinste Gewässer verlangen vom Fliegenfischer eine sehr vorsichtige Annäherung, denn die Fische können ihn aufgrund der kurzen Distanz gut wahrnehmen. Die Fliege muss besonders präzise serviert werden, weder die Fliegenschnur noch das Vorfach dürfen den Fisch verscheuchen. Bei dieser Pirschfischerei braucht man kleine Fliegen und leichte Fliegenschnüre, die sich mit spielerischer Leichtigkeit werfen lassen und geräuscharm auf dem Wasser landen. Hier sind relativ kurze Fliegenruten in niedrigen Schnurklassen erforderlich. An offenen Gewässern wie beispielsweise Wiesenbächen, deren Ufer mit nur wenig Bäumen und Sträuchern bewachsen sind, sind Ruten mit 7‘6“ bis 8‘6“ empfehlenswert. Damit kann man am Ufer außerhalb des Sichtfensters der Fische bleiben und aus geduckter Haltung, vom Fisch unbemerkt, seine Fliege auswerfen und führen. Ist jedoch der Bach von dichter Vegetation gesäumt, muss man meist die Fliegenrute unter und zwischen Bäumen, Sträuchern und überhängenden Ästen führen. Manchmal steht man sogar in einem „grünen Tunnel“. Jetzt ist eine möglichst kurze Rute gefragt, mit der man unter den Bäumen und in den Lücken zwischen dem Geäst werfen kann. Generell gilt: Je verwachsener das Gewässer, um so kürzer die Rute. Wenn man nicht einwaten kann und vom Ufer fischen muss, sollte die Rute länger sein. Je heikler die Fische, um so leichter die Schnurklasse. Je größer die zu erwartenden Fische und je größer die zu werfenden Fliegen, um so höher die Schnurklasse. Was die Aktion der Rute betrifft, sind schnelle spritzige Ruten eher für offene Gewässer geeignet, wo Sie ausreichend Platz zum Werfen haben. An Gewässern, wo hauptsächlich mit Roll- und Trickwürfen gearbeitet werden muss, sind eher mittelschnelle Ruten mit durchgehender Aktion beim Fliegenfischen zu bevorzugen.

UNENDLICHE MÖGLICHKEITEN AN FLÜSSEN UND SEEN

(mit Trockenfliege, Nymphe und Streamer auf Forellen, Äschen, Weißfische und kleine Räuber wie Barsch und Co.)
Schnurklasse 5 bis 6, Rutenlänge 9‘0“ (2,74 m) bis 10‘0“ (3,05 m)
In größeren Gewässern trifft man beim Fliegenfischen auf größere Fische, und man muss sowohl beim Werfen als auch bei der Fliegenführung größere Entfernungen überbrücken, um die Fliege vor das Maul des Fisches zu bringen. Außerdem kann man größere und auch beschwerte Fliegen einsetzen und je nach Gewässertiefe mit Sinkvorfächern oder Sinktip-Fliegenschnüren arbeiten. All diese Faktoren verlangen nach einer kräftigeren und längeren Fliegenrute. Mit einer 9‘-Fliegenrute der Klasse 5 haben Sie eine Allround-Rute, die sowohl kleine Trockenfliegen und Nymphen delikat präsentieren, als auch beschwerte Nymphen und kleine Streamer sogar an beschwerten Sinkvorfächern werfen und führen kann. Sie hat ausreichende Kraftreserven für den Drill größerer Fische und erlaubt dem geübten Werfer, seine Fliege auch auf Distanzen von über 20 Metern zu präsentieren. Wenn aber der Schwerpunkt Ihrer Fischerei auf dem Fang größerer Fische mit stark beschwerten Nymphen, mit Streamern, vielleicht an einer Sinktip-Schnur, mit weiten Würfen und vielleicht bei windigen Bedingungen liegt, sollten Sie sich für eine kräftigere Rute der Schnurklasse 6 entscheiden. Die Länge von 9‘ eignet sich für fast alle Situationen an den meisten Gewässern zum Fliegenfischen. Eine längere Rute mit 9‘6“ ist sinnvoll, wenn Sie beim Werfen die Schnur hoch führen müssen. Beispielsweise wenn Sie beim Watfischen meist tief im Wasser stehen, wenn Sie vom Bellyboat oder in sitzender Position vom Boot oder Kajak fischen oder wenn Sie beim Werfen hohes Gras oder ein schräg ansteigendes Ufer oder andere Hindernisse hinter dem Rücken haben. Mit einer 10‘-Rute erreichen Sie eine noch höhere Schnurführung beim Werfen. Viel wichtiger ist aber, dass Sie mit einer derart langen Fliegenrute sehr viel auf dem Wasser treibende Flugschnur beim Fliegenfischen kontrollieren und längere Driften, beispielsweise beim Czech Nymphing, kontrolliert auszufischen. An unbewatbaren offenen Gewässern mit hohem Gras am Ufer und auch beim sitzenden Fischen vom Boot auf großen Seen, wie es beispielsweise auf den irischen Seen traditionell praktiziert wird, ist eine 10‘-Rute die richtige Wahl zum Fliegenfischen.

AN DER KÜSTE

(auf Meerforelle, Meeräsche, Dorsch und Wolfsbarsch – auf Bluefish, Striped Bass & Co. in Übersee – auf Bonefish, Redfish, Snook & Co. im warmen Salzwasser)
Schnurklasse 7 bis 9, Rutenlänge 9‘0“ (2,74 m) bis 10‘(3,05 m)
Wo auch immer Sie am Strand, an Molen, beim Waten im flachen Meerwasser oder beim Fliegenfischen vom Boot, Bellyboat oder Kajak Fische zwischen einem und rund fünf Kilo fangen wollen, begegnen Sie den folgenden Faktoren, welche die Auswahl der geeigneten Fliegenrute bestimmen. Moderater bis starker Wind verlangt nach einer kräftigen und schnellen Fliegenrute, die zusammen mit einer entsprechend schweren Fliegenschnur, Fliegen auf Hakengrößen von etwa 8 bis 1/0 auf über 20 Meter werfen kann. Die Fliegenrute muss über ausreichende Kraftreserven verfügen, um kapitalen und kampfstarken Fischen Paroli zu bieten. Und weil Salzwasserfische oft schnell unterwegs sind und dem Fliegenfischer nur wenig Zeit für eine Präsentation lassen, muss die Rute einen schnellen Wurf mit möglichst wenigen Leerwürfen ermöglichen. All das verlangt nach einer kräftigen Rute mit einer schnellen Aktion. Meeresfische sind unter einem glatten Meeresspiegel oft scheu und heikel. Bei Windstille und für das Fliegenfischen mit relativ kleinen Fliegen gibt Ihnen eine Fliegenrute der Klasse 7 die Vorteile delikater Präsentation und ermüdungsfreien Werfens. Je stärker der Wind weht, um so weniger kommt es auf einen gefühlvollen Service an, um so schwerer muss die Fliegensgschnur sein und um so mehr treten die „Weitwurfqualitäten“ der Fliegenrute in den Vordergrund. Mit einer Rute der Klasse 9 können Sie auch große Streamer bei widrigen Winden auf fischträchtige Distanzen werfen. Hinsichtlich der Rutenlänge gilt, wie fast generell beim Fliegenfischen: Für das Watfischen im Flachwasser und für das stehende Fischen vom Boot (z.B. vom Flats-Skiff auf Bonefish) ist eine 9‘-Rute perfekt. Wenn Sie tief waten und wenn Sie im Bellyboat, Boot oder Kajak sitzen, erlaubt Ihnen eine 9‘6“ oder sogar 10‘ lange Fliegenrute eine höhere Schnurführung und hilft zu verhindern, dass Ihre Fliege beim Werfen das Wasser oder das beim Watfischen hinter Ihnen liegende Ufer berührt. Wollen Sie sich jedoch nur eine Fliegenrute für diese Art des Fliegenfischens zulegen, so empfehlen wir Ihnen eine Fliegenrute der Schnurklasse 8 mit einer Länge von 9‘.

AUF HECHT, ZANDER UND RAPFEN

(mit dem Streamer im Still- und Fließwasser)
Schnurklasse 7 bis 10, Rutenlänge 9‘ (2,74 m) bis 10‘ (3,05 m)
Wenn Sie es mit der Fliegenrute auf die großen Raubfische in Flüssen und Seen abgesehen haben, wird die Auswahl der geeigneten Fliegenrute in erster Linie von der Größe der zu werfenden Fliege bestimmt und von der Tiefe, in welcher die Fliege angeboten werden soll. Dem Hecht kann seine Beute kaum groß genug sein, und wenn Sie sich mit wirklich kapitalen Hechten anlegen wollen, kommen sogar Streamer mit Längen bis zu 30 Zentimetern zum Einsatz. Nur eine Fliegenschnur mit großer Masse kann solche Monsterfliegen beim Fliegenfischen transportieren, und deshalb benötigen Sie dafür eine Fliegenrute der Schnurklasse 10, erst recht, wenn Sie diese Riesenfliegen tief stehenden Hechten an einer schnellsinkenden Fliegenschnur anbieten möchten. Aber Sie können auch 10 bis 15 Zentimeter lange Streamer an der Schwimmschnur durch das flache Wasser eines holländischen Polders oder entlang eines Seerosenfeldes in einer Flussaue zupfen und damit Ihre Hechte fangen. Hierfür wäre eine Fliegenrute der Klasse 7 oder 8 absolut ausreichend. Beim Zanderfischen kommen auch etwa 10 bis 15 Zentimeter lange Muster zum Einsatz, jedoch meist an einer sinkenden Fliegenschnur, denn Zander stehen fast immer dicht über Grund. Dieser Anforderung beim Fliegenfischen auf Zander wird eine Fliegenrute der Klasse 8 oder 9 gerecht. Die schnellen und oberflächenorientierten Rapfen interessieren sich hauptsächlich für kleine Fischchen und werden am besten mit kleinen Streamern an der Schwimmschnur gefangen. Die perfekte Fliegenrute dafür ist eine Klasse 7 an kleineren Gewässern oder eine Klasse 8 am großen Strom und am See, wo weitere Würfe erforderlich sind. Was die Fliegenrutenlängen angeht, so sind 9‘-Ruten wunderbar für das Fischen mit schwimmenden Fliegenschnüren. Erfahrungsgemäß lassen sich sinkende Fliegenschnüre dieser Schnurklassen mit 9‘6“ langen Fliegenruten besser handhaben, insbesondere beim Aufnehmen der bis auf wenige Restmeter eingeholten Fliegenschnur für den nächsten Wurf. Ruten mit 10‘ Länge hingegen sind unsere Empfehlung, wenn Sie hauptsächlich weite Würfe mit kleinen und mittelgroßen Streamern an Schwimmschnüren an breiten Flüssen machen müssen. Wenn Sie für dieses Fliegenfischen eine Allround-Rute suchen, legen wir Ihnen eine Schnurklasse 8 in 9‘6“ ans Herz.

AUF GROSS-SALMONIDEN UND LACHS MIT DER EINHANDRUTE

(mit Trockenfliegen und tief geführten Mustern am Fluss)
Schnurklasse 7 bis 10, Rutenlänge 9‘6“ (2,90 m) bis 10‘ (3,05 m)
Für das Fliegenfischen mit der Einhand-Fliegenrute an kleineren und mittelgroßen Fließgewässern auf Meerforellen, Grilse und stattlichere Atlantiklachse oder auf Steelhead und pazifische Lachsarten kommen Fliegenruten zwischen 9‘6“ und 10‘ Länge in Frage, wobei hauptsächlich die Gewässerbreite und damit die zu führende Schnurlänge über die Länge der Fliegenrute entscheidet. Ruten für diese Art des Fliegenfischens sollen eine kräftige, mittelschnelle und durchgehende Aktion haben, die gleichermaßen kraftvolle Überkopfwürfe wie auch Roll- und Switch-Würfe ermöglicht und das erforderliche Rückgrat für das Handling und die kontrollierte Führung schwerer Fliegenschnüre und für den Drill großer Fische in starker Strömung bietet. Je größer die zu erwartenden Fische, je schneller die Strömung, je tiefer die Fliege geführt werden soll und je schwerer die Fliegenschnur, um so stärker muss die Rute sein – und folglich um so höher die Schnurklasse. Beispielsweise ist eine Rute der Klasse 7 in 10 Fuß eine fantastische Wahl, wenn Sie mit der Trockenfliege die Atlantiklachse Kanadas an die Oberfläche locken wollen, mit kleinen Low-Water-Mustern an der Schwimmschnur auf norwegische Grilse gehen oder an einer dänischen Au den frisch aufgestiegenen Meerforellen nachstellen. Hingegen kommt beispielsweise für das Fliegenfischen mit der sinkenden Fliegenschnur auf große Silber- und Hundslachse bei Hochwasser eine Fliegenrute der Klasse 10 in 9‘6“ Länge zum Einsatz.

AUF GROSS-FISCHE IM SALZWASSER UND SÜSSWASSER

(Inshore- und Offshore Fliegenfischen, Fliegenfischen auf Königslachs, Wels & Co.)
Schnurklasse 10 bis 13, Rutenlänge 8‘6“ (2,44 m) bis 9‘ (2,74 m)
Beim Fliegenfischen auf sehr große, schwere und extrem kampfstarke Fischarten stehen die Drilleigenschaften der Fliegenrute im Vordergrund. Deshalb soll die Fliegenrute nicht zu lang sein, denn je kürzer die Rute ist, um so kürzer ist auch der Lasthebel, und um so mehr Druck kann der Fliegenfischer gegen den Fisch ausüben. Die Fliegenrute soll zäh und kräftig sein und eine durchgehende Aktion haben, die aus dem Handteil besonders viel Kraft freisetzt. Eine 9‘ Fliegenrute in Klasse 10 ist die richtige Wahl für große Jacks, Permit oder Roosterfish, für Barrakudas, Goldmakrelen, kleinere Thunfische bis etwa 20 Pfund und für das Tarponfischen in den Flats auf Fische bis etwa 70 Pfund. Erwartet man größere Exemplare, und muss man besonders große Fliegen werfen, so kommt eine 9‘ Rute in Schnurklasse 11 in Frage. Eine 9‘ lange Fliegenrute der Klasse 12 ist perfekt für das Tarponfischen in den Flats auf Fische bis über 100 Pfund sowie für den Fang von Segelfischen. Gleichermaßen eignet sich diese Fliegenrute auch, wenn man mit der Fliege auf Waller oder große Königslachse geht. Kurze 8‘6“ Ruten in Klasse 12 und 13 kommen zum Einsatz, wenn man während eines Angeltages nur wenige Würfe macht und die Zielfische besonders groß und schwer sind und aus großen Wassertiefen heraufgepumpt werden müssen. Dies ist der Fall beim Fliegenfischen auf Marlin, Thunfisch und auf Großtarpon in tiefem Wasser.

FLIEGENFISCHEN AUF HUCHEN

(Streamerfischen mit der Ein- und Zweihandrute.)
Schnurklasse 10 bis 12, Rutenlänge 9‘ (2,75 m) und 12‘ (3,65 m) Zweihand
Beim Fliegenfischen auf Huchen geht es darum, sehr großen Salmoniden sehr große Streamer dicht am Grund anzubieten. Dabei kommen schnellsinkende Schnüre zum Einsatz, deren Handling eine starke Fliegenrute erfordert. Die Schnurklasse richtet sich nach der Gewässergröße, der Stärke der Strömung und der zu erwartenden Fischgröße. Hat man es in einem kleineren Fließwasser mit Fischen unter einem Meter Länge zu tun, so reicht eine Einhandrute der Klasse 10 oder 11 mit einer Länge von 9‘. Für das Werfen und Führen extrem großer Streamer mit einer 650 grains schweren Sinkschnur, wie man sie in großen Flüssen einsetzt, hat sich eine kurze 12‘ Zweihand-Fliegenrute in Schnurklasse 12 bestens bewährt.

FLIEGENFISCHEN MIT ZWEIHAND- UND SWITCH-RUTEN

(Von Forelle bis Lachs an Gewässern aller Art)
Schnurklasse 6 bis 10, Rutenlänge 11‘ (3,35 m) bis 15‘ (4,57 m)
Zweihandruten bieten aufgrund ihrer Länge und des beidhändigen Handlings in verschiedenen Anwendungsbereichen Vorteile gegenüber den kürzeren und nur einen Arm des Fliegenfischers belastenden Einhandruten. Immer dann, wenn Sie ein Gewässer mit vielen Würfen und anschließenden Driften der Fliege systematisch abfischen, können Sie dies mit einer Zweihand-Fliegenrute ermüdungsfreier und bequemer als mit einer Einhand-Fliegenrute. Aufgrund ihrer Länge transportiert die Zweihandrute Ihre Fliegenschnur bzw. Ihren Schusskopf mit nur wenigen Leerwürfen. Mit Spey- und Unterhandwürfen, die sich mit Zweihandruten besonders effektiv ausführen lassen, reduziert der Fliegenfischer seinen Wurfaufwand auf ein absolutes Minimum. Ein weiterer, in der Rutenlänge begründeter Vorteil der Zweihand-Fliegenrute ist das bequeme Kontrollieren großer Schnurlängen während der Abdrift der Fliege. Diese Vorteile der Zweihandruten werden traditionell beim Fliegenfischen auf Atlantiklachs genutzt. Auch bei der Steelheadfischerei und dem Fliegenfischen auf Meerforellen in Fließgewässern haben sich Zweihandruten durchgesetzt. Doch auch in vielen anderen Bereichen können Sie die Stärken der Zweihand-Fliegenruten für ein entspanntes und äußerst effektives Fliegenfischen nutzen. Leichte 10‘ bis 11‘6“ lange Switchruten in Klasse 6 sind perfekt für das Fliegenfischen auf Äschen und Forellen in sehr großen, breiten Flüssen. Eine 11‘6“ Zweihand-Fliegenrute in Klasse 7 ist eine fantastische Rute für das Streamerfischen auf Rapfen und Zander im großen Strom. Und mit einer 12‘ langen 8-er kann man an der Küste äußerst entspannt den „Fisch der tausend Würfe“ angehen – die Meerforelle. Prinzipiell bestimmt die Gewässergröße und die Länge der zu werfenden und zu führenden Fliegenschnur die Länge der Zweihandrute. Das je nach Gewässerbedingungen (Wasserstand bzw. –tiefe und Strömungsgeschwindigkeit) erforderliche Schnurgewicht und die Größe der zu erwartenden Fische bestimmt wiederum die Auswahl der Schnurklasse. Für kleine Flüsse, in denen nicht mit sehr großen Lachsen zu rechnen ist, wie beispielsweise auf Island, passt eine 11‘ bis 12‘ lange Zweihand-Fliegenrute der Klasse 7. Für Flüsse mittlerer Größe mit Lachsen bis etwa 10 kg ist eine 13‘ Fuß lange Zweihand-Fliegenrute in Klasse 8 oder 9 eine gute Wahl. An sehr breiten, großen Flüssen mit Chancen auf Lachse weit jenseits der 10-Kilo-Marke sollte die Zweihandrute 14‘ bis 15‘ lang sein und die Schnurklasse 9 oder 10 haben. In unseren Produkttabellen finden Sie neben der Angabe der Schnurklasse für Zweihandruten auch das empfohlene Schusskopfgewicht.

RUTENCHARAKTERISTIK & AKTIONEN

Das Wurfverhalten und die Aktion von Fliegenruten werden in der Fliegenfischerei mit einer Vielzahl von Vokabeln beschrieben, von denen einige, speziell für den Neuling, missverständlich sein können. Es ist beispielsweise die Rede von schnellen oder langsamen, von steifen oder weichen Ruten, von Spitzenaktionen, progressiven, durchgehenden oder parabolischen Aktionen. Auch wir beschreiben die Charakteristik der Fliegenruten aus unserem Programm und möchten Ihnen deshalb an dieser Stelle die Bedeutung der von uns verwendeten Vokabeln erklären. Wenn wir von einer „schnellen“ oder „mittelschnellen“ Rute sprechen, meinen wir damit nicht etwa eine steifere oder weichere Fliegenrute, sondern wir beschreiben damit die Rückstellgeschwindigkeit der Rute – also die Geschwindigkeit, mit der die Fliegenrute aus dem Zustand der Biegung wieder in die gerade Stellung zurückfedert. Vereinfacht gesagt verleiht eine „schnelle“ Rute der Fliegenschnur eine höhere Geschwindigkeit als eine langsamere Fliegenrute und eignet sich damit besser für weite Würfe und für das Werfen bei windigen Bedingungen. Eine „langsamere“ Fliegenrute hingegen erlaubt eine sehr präzise Führung der in der Luft ausrollenden Schnurschlaufe und damit auch eine äußerst delikate Präsentation der Fliege auf kurzen und mittleren Wurfdistanzen. Es gibt in unserem Programm sowohl schnelle steife Fliegenruten, als auch schnelle weichere Fliegenruten. Mittelschnelle Aktionen finden Sie zum Beispiel bei der WINSTON Boron MP2 und Boron III LS oder der JIM TEENY Fliegenruten-Serie. Wir unterscheiden generell zwischen „spitzenbetonten“, „progressiven“ und „durchgehenden“ Rutenaktionen. Bei einer „spitzenbetonten“ Aktion ist die Rutenspitze im Verhältnis flexibler als der mittlere Bereich und das Handteil der Fliegenrute. Fliegenruten mit spitzenbetonter Aktion eignen sich sehr gut für weite Würfe mit engen Schnurschlaufen, wie man es sich zum Beispiel bei der Fischerei an der Küste wünscht. Eine Fliegenrute mit „progressiver“ Aktion beginnt sich bei geringer Belastung im Bereich der Spitze zu biegen, und mit zunehmender Belastung biegt sie sich relativ gleichmäßig immer weiter bis in das Handteil. Mit dieser Charakteristik wird ein sehr breites Einsatzspektrum abgedeckt, denn solche Fliegenruten eignen sich gleichermaßen für Überkopfwürfe auf alle Distanzen wie auch für Rollwurf- und Switchcast-Techniken. Auch im Drill steht immer eine der Belastung entsprechende Kraftmenge zur Verfügung, was progressive Fliegenruten besonders empfehlenswert für den Fang von Großfischen, selbst mit verhältnismäßig feinen Vorfächern, macht. Wenn eine Fliegenrute sich bei jeder beliebigen Belastungsstärke über die gesamte Länge von der Spitze bis ins Handteil entsprechend mehr oder weniger stark biegt, reden wir von einer „durchgehenden“ Aktion. Diese eignet sich besonders gut für Rollwürfe und alle Varianten von Spey-, Switch- und Unterhandwürfen. Die Drillqualitäten solcher Fliegenruten liegen darin, dass man mit ihnen Fische, auch an sehr feinen Vorfächern sehr schnell und effektiv ermüden kann. Viele der modernen Fliegenruten sind jedoch so speziell konstruiert, dass man sie gar nicht eindeutig einer der drei vorbeschriebenen Aktionskategorien zuordnen kann. Und das ist gut so. Denn es gibt nach unserem Dafürhalten keine „einzig optimale“ Rutencharakeristik, sondern diese muss an die Bedürfnisse jeder Fliegenfischerpersönlichkeit und die jeweilige Art des Fliegenfischens angepasst werden.

FAZIT

Sagen Sie uns einfach, welche Fische Sie in welchen Gewässern mit der Fliegenrute fangen möchten, und unser praxiserfahrenes Fachpersonal wird Sie bei der Auswahl geeigneter Fliegenruten kompetent beraten. Nehmen Sie die Ruten danach in die Hand und probieren sie aus. Es wird eine Fliegenrute dabei sein, die „zu Ihnen spricht“. Und dann können Sie sicher sein, dass es für Sie genau die Richtige ist.

Fliegenfischen ist unser Leben!

Ihre Mirjana Pavlic